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#12 Verstrickungen auflösen 2

Heute führen wir das Coachinggespräch fort, das wir im Newsletter #9 begonnen haben. Zu Beginn noch mal die drei Anfangsfragen.

Frage: Wozu habe ich keine Zeit, den Kredit zu beantragen? Absicht: Kosten reduzieren und finanzielle Hilfen beantragen Ergebnis: Abgabe der Formulare heute Abend, 20 Uhr
Karl, 49 J., seit 4 J. in PS., 16-jährige Stieftochter, verschiedene Einnahmequellen, keinen Überblick über Umsätze. Braucht Kredit, um Wohnungsrenovierung zu zahlen.

I. Zusammenspiel der drei Fragen untersuchen:
Die Frage ist sehr aufschlussreich, da Du vermuten könntest, dass er die Absicht rausfinden will, wozu er den Kredit nicht beantragt. Nur fragt er das nicht! Er will wissen, wozu er keine Zeit hat, den Kredit zu beantragen. Damit sucht er eher nach einer Rechtfertigung für seinen Zeitmangel, den er mit Sicherheit im Außen begründet, als nach einer contextuellen Erkenntnis.
Die Absicht ist insofern interessant, als dass er Hilfen beantragen will. Es wäre interessant, zu untersuchen, ob er den Kredit als Hilfe sieht und dass er somit hofft, diesen nicht zurückzahlen zu müssen.
Das Ergebnis sieht zunächst gut aus, doch setzt er sich damit sehr unter Zeitdruck. Das könnte dann wieder eine Möglichkeit sein, es nicht zu dem Termin zu schaffen und dann die Beantragung wieder aufzuschieben. Die Begründung wäre wieder Zeitmangel. Zudem ist fraglich, ob er ihn abends um acht einreichen kann, es sei denn, es ist online möglich.
Als contextueller Coach speicherst Du diese Erkenntnisse in Deiner Wissenscloud. Einige Fragen kannst Du aber auch direkt stellen.

II. Im letzten Gespräch kam raus, dass der Vater kriegsversehrt war.

Diese Info hattest Du nur, wenn Du nicht ebenfalls das Bild hättest, dass der Vater ein Egoist ist, der sich nur um seine Hobbys kümmert, denn der Sohn sprach lediglich davon, dass der Vater abends viel Sport macht. Hier wären Fragen möglich, was er darüber denkt, dass sein Vater kriegsversehrt war? Konnte er etwas nicht mit dem Vater unternehmen, was gesunde Väter hätten machen können? Gab es Vorwürfe an ihn oder an die Mutter? Findet er, dass seine Eltern, die Welt, das Leben ihm dafür etwas schuldig sind?

III. Ich musste dann Arbeiten übernehmen, die eigentlich der Vater hätte machen sollen.
Wenn ich das nicht getan habe, gab es Schläge.
Wichtig ist bei einer solchen Aussage, Dir eine Situation schildern zu lassen, in der er geschlagen wurde, denn es gab mit Sicherheit nicht immer Schläge, wenn er etwas nicht getan hat. Diese Situation brauchst Du, damit er sich nicht nur als Opfer des Schlagens sieht, sondern auch anerkennen kann, was er damit zu tun hatte, was natürlich das Schlagen nicht rechtfertigt. Erst wenn er sich auch als Täter sieht, kann er zum Urheber werden und ist wieder frei.

IV. Schuldausgleich

CCA: Das war mit Sicherheit nicht schön. Auch wenn Du darüber schon mal gesprochen hast, habe ich noch eine Frage: Wie hast Du es ihr heimgezahlt?

Ich glaube, das weiß ich. Sie hat mir vor zehn Jahren 300.000 € zur Verfügung gestellt, wovon nach zwei Monaten noch 20.000 € übrig waren.

CCA: Was hast Du mit dem Geld gemacht?

Habe es letztendlich an der Börse verzockt. Nicht nur ihr Geld. Ich habe auch mein Geld verloren.

CCA: Was war die Vereinbarung mit dem Geld?

Ich solle damit arbeiten. Jetzt kommt immer der Vorwurf von ihr „Hätte ich Dir damals das Geld nicht gegeben“.

CCA: Und Du hast es ihr damit auch ein bisschen heimgezahlt?!

Ja und mir selbst. Ich hatte schließlich auch ein wenig Geld investiert.
Hier erzählt er von seiner verdeckten Absicht und Du bist als contextueller Coach
sehr gefordert. 🙂

-> Contextueller Hintergrund:

Er sagt, dass er ihr Geld verprasst hat, das heißt, dass er es nicht als sein Geld gesehen hat, obwohl sie es ihm geschenkt hat.
Warum wollte er das Geld nicht als Geschenk?
Wofür dachte er, ist das Geld ein Ausgleich, aber er wollte den Ausgleich nicht? Er sieht sich nicht als Täter, dass er „ihr“ Geld verzockt hat, weil er auch „sein“ Geld mitverzockt hat. So macht sie ihn indirekt verantwortlich dafür, dass er Geld verloren hat. Schließlich hätte er gar nicht gezockt, hätte er nicht so viel Geld gehabt.

Diese Schuldverstrickung, die sich im Geldverzocken manifestiert, gilt es nun grundsätzlich aufzulösen. Wir bitten Dich, dazu Fragen in unserer Gruppe Coach the Coach zu stellen, da es hier nicht in Kürze beschrieben werden kann.

Im Folgenden beschreiben wir, wie es nicht funktioniert, da der Coach nur die Inhaltsebene ändern, aber nicht die contextuellen Begründungen auflösen will. Trotzdem ist dieses Gespräch besser als so manches Gespräch, das ich bei Psychologen supervidiert habe. 🙂 Also einfach dranbleiben!

CCA: Man könnte daran abstrahieren, dass Du für Frauen generell oder für Deine Mutter kein Geld generieren möchtest, sondern sogar deren Geld vernichtest. Wie lange möchtest Du das noch machen? (Kinderfrage)
Gar nicht mehr.

CCA: Was müsstest Du machen, um mit Deiner Mutter versöhnt zu sein? Hat Du es ihr nun genug heimgezahlt? (Kinderfrage)
Ja.

CCA: Wie stellst Du mit Deiner Mutter Frieden her? (Suggestivfrage)

Bei ihr entschuldigen, dass ich ihr Geld in den Sand gesetzt habe.

CCA: Was müsstest Du von ihr hören, damit Du die Vorwürfe nie wieder rausholst? (Suggestivfrage)

Sie soll sich entschuldigen, dass sie mir diese hohe Verantwortung gegeben hat. Mich zum Ersatzmann gemacht hat.

CCA: Ihr entschuldigt Euch beide und Du kannst sie fragen, welchen Ausgleich sie von Dir möchte. Genauso, wie Du von ihr auch einen Ausgleich fordern kannst. (Er soll das tun, was der Coach für richtig hält).
Aber sie kann doch damit gar nichts anfangen …

CCA: Du hast also Deine finanzielle Potenz runtergefahren, weil es Deine Mutter oder Frauen allgemein nicht verdient hatten. Was hat das mit Deiner Ausgangsfrage zu tun?

Ja, weil ich im Prinzip immer noch den Vorwurf an meine Mutter habe. Weil ich ihr immer noch eins auswischen möchte. Er möchte es immer noch tun und tut es auch. Wenn nicht bei seiner Mutter, dann bei Frauen wie seiner jetzigen Partnerin.

CCA: Mit der Erkenntnis, die Du jetzt hast, und dem Gespräch, dass Du mit deiner Mama führen wirst: Was machst Du jetzt mit Deinem Zahlenthema?

Ich will die Thematik immer noch abschließen und muss mit meiner Mutter Frieden schließen. Ich mache dann meine Zahlen fertig. Er will und muss. Wenn er erst die Zahlen fertigmacht, wenn er Frieden geschlossen hat, kann das noch dauern mit der Beantragung des Kredits.

Wir hoffen wie immer, dieser Input ermächtigt Dich bei Deinen Coachinggesprächen. Noch mehr Supervision, ontextuelles Coachingwissen und persönliche Weiterentwicklung bekommst Du in der “Coach the Coach”-Online-Coachinggruppe.

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